Praxistest · Haushalt
HYLA Steamer
Im Test: Was kann das Trockendampf-Reinigungssystem?
Von Anne Schröder · Lesezeit etwa 7 Minuten

Ich gebe es gleich zu: Ich war skeptisch. Ein Gerät, das nur mit Wasser putzt und dabei Keime erledigen soll? Das klang für mich nach Werbeprospekt. Bei uns in Eching wohnen zwei Kinder, ein Hund namens Brösel und ein Mann, der Matsch grundsätzlich für eine Wohnaccessoire hält. Wenn ein Reinigungsgerät hier durchkommt, kommt es überall durch.
Also habe ich den HYLA Steamer vier Wochen lang benutzt. Nicht einmal zum Fotografieren, sondern richtig. Montags nach dem Wochenende, mittwochs nach dem Kindergeburtstag und an einem Samstag im Hof mit den Gartenmöbeln. Hier ist mein ehrlicher Bericht.
Was der Hersteller verspricht
Laut HYLA arbeitet der Steamer mit Trockendampf bei bis zu etwa 180 °C und 8 bar Druck. Chemische Reiniger braucht man nicht, im Tank landet einfach Leitungswasser. Der heiße Dampf soll Schmutz lösen und Bakterien, Viren, Milben und Keime reduzieren. Trockendampf heißt dabei: Es bleibt kaum Feuchtigkeit zurück, die Flächen trocknen schnell.
Ein Gerät, viele Einsatzbereiche
- Hartböden
- Teppiche und Polstermöbel
- Fenster und Spiegel
- Bad und Küche
- Autos und Felgen
- Gartenmöbel
Auspacken: Mehr Zubehör, als ich Schubladen habe
Der Karton war schwerer als gedacht. Drin steckt ein Dampfschlauch, Dampfrohre, eine Dampfdüse, mehrere Bürsten (groß, quadratisch, rund), dazu kleine Aufsteckbürsten aus Kunststoff, Naturborste, Stahl und Kupfer. Außerdem ein Abflussadapter, ein Kesselschlüssel, eine Füllflasche, zwei Dampfpads und drei Thermo Mikrofasertücher. Meine Tochter hat sofort alles nach Farben sortiert. Ich habe erstmal die Anleitung gelesen. Ganz ehrlich, das lohnt sich hier.

Woche 1: Das Bad
Ich habe direkt mit dem Schlimmsten angefangen. Die Silikonfugen an der Dusche und die grauen Fliesenfugen im Gästebad. Mit der kleinen runden Bürste und der Düse ging ich Fuge für Fuge entlang. Nach ein paar Sekunden löste sich der Belag, den ich vorher mit Schrubben und Zahnbürste nie so richtig weg bekommen habe. Komplett weiß wie im Neubau wurde es nicht, aber deutlich heller. Und kein Geruch nach Chlor, der mir sonst den halben Tag in der Nase hängt.

Der Spiegel war danach mit einem der Mikrofasertücher in zwei Minuten streifenfrei. Das hat mich fast mehr gefreut als die Fugen.
Woche 2: Küche und Herd
Am Gasherd sammelt sich bei uns eingebranntes Fett rund um die Brenner. Genau da hat mich der Steamer überzeugt. Dampf drauf, kurz warten, mit der Bürste drüber und mit dem Tuch nachwischen. Die Dunstabzugshaube habe ich gleich mitgemacht. Was ich besonders mag: Auf der Arbeitsfläche und den Schneidbrettern bleiben keine Rückstände von Putzmitteln. Wenn danach die Kinder ihr Pausenbrot schmieren, habe ich ein besseres Gefühl.
Woche 3: Sofa, Teppich und Brösel
Unser helles Sofa hat einiges hinter sich. Kakao, Hundehaare, Stifte. Mit dem großen Pad bin ich die Sitzflächen abgefahren. Weil der Dampf so trocken ist, war das Polster nicht nass, sondern nur leicht warm. Nach einer halben Stunde konnten wir uns wieder draufsetzen. Ein alter Kakaofleck ist geblieben, aber der Geruch nach Hund war deutlich weniger. Brösels Körbchen kam natürlich auch dran. Er war beleidigt, ich war zufrieden.
Woche 4: Auto und Gartenmöbel
Die Felgen von unserem Kombi sind eigentlich ein Fall für die Waschstraße. Mit der Stahlbürste und ordentlich Dampf ging der Bremsstaub besser weg als erwartet. Die Gartenstühle aus Kunststoff hatten grüne Ecken vom Winter. Nach dem Dampf sahen sie aus, als hätte ich neue gekauft. Mein Nachbar hat über den Zaun geschaut und gefragt, ob er sich das Gerät mal ausleihen darf.
Was mir nicht so gut gefallen hat
Damit das hier kein Loblied wird: Der Steamer braucht ein paar Minuten zum Aufheizen. Wer schnell mal einen Fleck weg haben will, wartet. Der Schlauch ist praktisch, aber man muss beim Arbeiten etwas aufpassen, wo er liegt. Und 180 °C sind nicht zum Spaßen. Kinder gehören beim Putzen nicht direkt daneben, das habe ich nach dem ersten Tag klar geregelt. Außerdem ist das Gerät eine echte Anschaffung und nichts für den spontanen Einkauf.
Mein Fazit nach vier Wochen
Der HYLA Steamer hat bei uns einen festen Platz im Abstellraum bekommen, und zwar ganz vorne. Im Bad und in der Küche ersetzt er inzwischen fast alle Sprühflaschen. Ich putze nicht weniger oft, aber gründlicher und ohne Kopfschmerzen vom Reinigergeruch. Wer Kinder, Haustiere oder einfach keine Lust mehr auf Chemie hat, sollte sich das Gerät genauer anschauen.
Alle technischen Details gibt es direkt beim Hersteller: HYLA Steamer auf hyla-germany.de
Kurz und knapp
- Stark: Fugen, Herd, Spiegel, Gartenmöbel
- Okay: alte Flecken im Polster
- Schwächer: Aufheizzeit, Schlauch im Weg
- Für wen: Familien, Tierhalter, alle ohne Lust auf Chemie